Die Schaufensterpuppe von ihren Anfängen bis in die Fünfziger Jahre

Wer kennt nicht die wunderschönen Schaufensterpuppen, die uns in den Schaufenstern der Ladenpassagen, Kaufhäusern und Geschäften der Innenstädte entgegen lächeln und in den verschiedensten Posen und Haltungen die Vorzüge der Waren der Händler demonstrieren? Diese meist weiblichen Schaufensterpuppen und teilweise idealisierten Abbilder des menschlichen Körpers haben bereits eine lange Tradition hinter sich auf ihrem Weg zu Internet-Plattformen, wie eBay und Amazon oder einfachen Online-Shops wie modeguru.com, wo sie inzwischen schnell und einfach bestellbar geworden sind.

Von der Schneiderpuppe zum realistischen Mannequin

Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts, als in Paris die ersten Schneiderfirmen ihre Geschäfte nach außen öffneten, indem sie einen Teil ihrer Kreationen in Fenstern zur Straße zur Schau stellten, um Passanten anzulocken, waren Schaufensterpuppen eine hervorragende Möglichkeit, die Waren zu präsentieren. schaufensterpuppe sitzendAllerdings war zu dieser Zeit noch mit keiner Silbe an die realistische Schaufensterpuppe, wie wir sie heute kennen zu denken, sondern es fanden damals eher Dekopuppen Verwendung, die unseren heute bekannten Schneiderpuppen ähnelten. Als jedoch am Anfang des 20. Jahrhundert die ersten Kaufhäuser in Europas Metropolen und in den USA eröffneten, boten diese mit ihren riesigen Fensterfronten erstmals die Möglichkeit, die Waren in richtigen Inszenierungen zur Schau zu stellen. Dabei verwendete man nicht nur weibliche Mannequins, sondern männliche Schaufensterfiguren und Kinder Schaufensterpuppen kamen ebenso zum Einsatz. Zu dieser Zeit wurde es zum wahren Volksvergnügen, am Sonntagnachmittag mit der gesamten Familie in den Innenstädten zu flanieren und nach dem Motto:“Sehen und gesehen werden!“ einen Schaufensterbummel zu machen. weibliches mannequinFür viele Menschen, der ärmeren Schichten war dies bis in die dreißiger Jahre eine Art Kino-Ersatz, da dieses Vergnügen für einfache Leute nahezu unerschwinglich war. Aus diesem Grund wurden Schaufensterpuppen realistisch bis ins kleinste Detail gefertigt. Material war meist Pappmaché, Wachs und Gips. Bei diesen bestand allerdings das Problem, dass das Wachs in der Hitze der damals noch wenig energieeffizienten Scheinwerfer schmelzen konnte und schnell die Gefahr bestand, dass die Modepuppen zerstört werden konnten.

Schaufensterfiguren aus Plastik waren robuster

Später kamen dann erste Schaufensterfiguren aus Plastik zum Einsatz, die wesentlich unempfindlicher waren. Diese Plastik Schaufensterpuppen hatten besonders in den Fünfzigern ihre absolute Blütezeit. In dieser Epoche war es üblich, Schaufensterpuppen, sowohl in der Figur als auch in den Gesichtszügen, berühmten Filmschauspielerinnen nachzuempfinden. Einige dieser Mannequins findet man heute in mancher Sammlung und auf Versteigerungen, wo sie regelmäßig Höchstpreise erzielen. Es gibt nämlich besonders für ältere Schaufensterfiguren und Modepuppen bekannter Markenhersteller eine riesige Sammlerszene, die Schaufensterfiguren als wirkliches Sammel-und Kulturgut begreifen und sie für andere Generationen bewahren wollen.

Posted in Merchandising

Kommentare sind geschlossen.

T-Shirts, Schaufensterpuppen, Schneiderpuppen, Perücken,
Barhocker, Fotografieren